Herr Schmidt.

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Wieder so'n Wochenende #3 – Brathering "Mexico"

Was bisher geschah: #1, #2.

Kaum hatte ich meine Frage ausgesprochen, schauten mich 10 große Augen neugierig an, bevor die fünf Damen in eine heftige Grübelei verfielen. Das war so auch zu erwarten. Verwunderlich war dagegen die Reaktion meiner Begleitungen: Diese unterbrachen umgehend ihre aktuellen Unterhaltungen und blickten so konstaniert zu mir herüber als hätte ich gerade den Holocaust geleugnet, mich als schwul geoutet und gesagt, dass ich kleine Kätzchen verabscheue. (Seine Freunde überraschen – unbezahlbar!)

Einzig Herr N., der alte Opportunist, nutzte die Situation schamlos aus und versuchte sich sofort mit in das Gespräch einzuklinken. Das erwies sich aber als noch schwerer als überhaupt ein Gespräch einzuleiten, denn die Mädels hatten zwar den Namen schon mal gehört, hatten aber nicht den Anflug einer Idee wer Jürgen Klopp ist. Selbst der Hinweis, dass es sich um einen Fussballtrainer handelt, half nicht weiter und so musste ich meine statistische Erhebung bezüglich meiner angeblichen Ähnlichkeit zu ihm beenden bevor sie überhaupt begonnen hatte. Als ich mich dann auch noch einen kleinen Moment zu lange von Darja und Lisa abgelenken ließ, war auch die Chance eines Themenwechsels vertan und die Damenrunde wieder in eigenen Gesprächen vertieft. Memo an mich selbst: Arbeite an Deinem Fokus, Du Depp!

Ich trug aber nicht lange Trauer, da Darja – die an diesem Abend übrigens ganz wunderbar kuschelbedürftig war – mich mit dem Versprechen auf dem Tisch zu tanzen im Laufschritt in einen Club lockte. Dort ließ ich mir dann erstmal eine Bier-Flatrate freischalten und fing zu tanzen an, wie noch nie ein Mann zuvor getanzt hatte. Der Energizer-Hase ist ein Low-Performer gegen mein Durchhaltevermögen an diesem Abend. Ich tanzte und trank und tanzte und trank und… in der Reihenfolge aber meist auch gleichzeitig. Zeugenaussagen zur Folge bin ich in den frühen Morgenstunden sogar ins Bett getanzt…

Samstag:
Went out drinking late last night, I had a blast / But now the morning light has come and kicked my ass!(Song anhören)

Ich wachte auf, öffnete langsam meine Augen und sah, wie sich das Zimmer in zwei Teilen, die langsam von links und rechts ins Blickfeld krochen, zusammensetzte. WzT?!?* Als ich dann dieses Anfänger-Puzzle zusammengesetzt hatte, wurden mir zwei Dinge bewußt: 1.) Das ist nicht mein Zimmer. 2.) Irgend so ein südafrikanischer Elefantenführer hat sein Gefährt auf meiner Stirn geparkt. Autsch!

Während ich den ersten Versuch aufzustehen wagte, hörte ich neben mir ein qualvolles aufstöhnen und jammern. Es war Lisa, die offensichtlich ebenfalls mit einem männlichen Felidae aufgewacht war. Ich machte das, was ich am besten kann und ignorierte meine Umwelt einfach. Statt Mitgefühl zu zeigen versuchte ich lieber wie ein Einbeiniger auf einer Rüttelplatte in Richtung Bad zu kommen. Zwei Schritte vor, einen zurück, Ausfallschritt – aber ich kam an!

…und auch wieder zurück. Und als wäre mein Morgen nicht schon schlimm genug, quittierte Lisa mein Hinlegen und Weiterschlafenwollen mit einem Anruf nach Australien, um mitzuteilen, ich sei langweilig. Frechheit! Aber was soll’s: Immerhin bin ich, obwohl ich älter bin als sie, am Abend im Club nicht gesiezt worden. Ha! (Ich bin nämlich gar nicht angesprochen worden.)

An eine Extra-Portion Schlaf war dann auch nicht mehr zu denken. Zu sehr hat mich der Gedanke daran, dass die Verleumdung meiner Person nun durch ganz Australien gespreadet wird, aufgewühlt. Deshalb entschied ich mich dann auch so gegen 12:00 Uhr für’s endgültige Aufstehen. Und da mein Zustand auch nach dem Duschen breiter als mein Sichtfeld war, spielte ich mal die personifizierte Verantwortung und ließ mich alternativ zum selber fahren von zwei meiner Kumpels in Düsseldorf abholen. Ja, und weil es nun mal echte Freunde sind, brachten sie mir auch direkt Frühstück mit: Brathering „Mexico“. Na, Mahlzeit.
___
*) Was zum Teufel?!?

4 Comments

  1. Mich würde ja noch interessieren, werter Herr Schmidt, ob sie im Bett weiter getanzt haben. Und wenn ja, welchen Tanz sie aufgeführt haben.

  2. Sie sind mir ja einer, da brat mir einer aber mal ein Storch, ..

  3. Coole Story! Aber mal im Ernst: „…einem männlichen Felidae aufgewacht…“ DER ging garnicht! Und dabei gäbe es ein ganzes Füllhorn (!) voller Assoziationen zu einer Frau im Bett und einem männlichen/weiblichen Katzen….ding!

  4. @ der.grob: Ob Sie es glauben oder nicht, werter Herr Grob, mich interessiert das auch brennend. Sachdienliche Hinweise bitte an die örtliche Kommentarstelle.

    @ danimateur: Storch habe ich gerade leider nicht da, aber ich hätte ein Glas mit Brathering „Mexico“ im Angebot. Geht das auch?

    @ singhiozzo: Frau, Bett und Katzenbegriffe – okay. Aber wie wollen Sie denn bitte schön den Kater anderweitig umschreiben, werter Herr Singhiozzo? Ich bin jetzt ziemlich neugierig. ^^

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